Lissy Gröner ist die Berichterstatterin des Ausschusses für
Kultur, Jugend, Medien und Sport des Europäischen Parlaments. In
dieser Funktion bereitet sie die Stellungnahme des EP zum Entwurf
der EU-Kommission für ein JUGEND-Nachfolgeprogramm vor.
In ihrem Papier betont sie, dass das Programm einen wichtigen
Beitrag leiste, um junge Menschen zu aktiven Mitgliedern der
Gesellschaft zu machen und ihnen ein tieferes
Zugehörigkeitsverständnis zur Europäischen Union zu vermitteln.
Außerdem fördere es informelles Lernen und trage damit zu den
Zielen der Lissabonstrategie und des "Pakts für die Jugend" bei.
Es sei flexibler und weniger bürokratisch als seine Vorgänger.
Positiv sei auch, dass das Programm – wie vom Parlament gefordert
- durch die Aktion "Jugend in der Welt" offen für die neuen
Nachbarstaaten der EU sei.
Zur konkreten Ausgestaltung macht sie 15 Änderungsvorschläge:
- Die finanzielle Ausstattung des Programms sei ungenügend.
- Der Mittelansatz für den Europäischen Freiwilligendienst sei
gemessen an der Aktion 1, dem Jugendaustausch, zu hoch. Er solle
daher auf 25% des Gesamtbudgets begrenzt werden, während der Etat
für die Aktion 1 auf 40% erhöht werden sollte. Als Grund wird
angeführt, dass die Aktion 1 mehr und auch benachteilige, vor
allem behinderte, Jugendliche erreichen könne.
- Das Europäische Jugendforum sollte besser ausgestattet
werden. Vorgeschlagen wird ein Zuschuss von mindestens 2 Mio. €
jährlich.
- Ebenso soll der Ansatz für die Förderung Europäischer
Jugendorganisationen heraufgesetzt werden auf 2,3 Mio. €
jährlich.
- Um die Teilhabe von Jugendlichen in Europa zu stärken, sollen
interaktive und innovative Jugendseminare, die lokale, nationale
und europäische Themen behandeln und eine europäische
Bürgerschaft befördern, innerhalb der Aktion 1 finanziert werden.
- Die "Europäische Jugendwoche", die 2003 zum ersten Mal
stattfand, soll als jährliches Ereignis etabliert werden. Dafür
soll deren Mittelansatz um 3% erhöht werden.
- An verschiedenen Stellen des Programmtextes soll ausdrücklich
auf die Teilnahme von benachteiligten Jugendlichen hingewiesen
werden.
- Unter den allgemeinen Zielen des Programms soll die
"Förderung der Partizipation junger Menschen am demokratischen
Leben in Europa" aufgenommen werden.
- Als spezifisches Ziel soll die "Förderung informeller
Bildungsmöglichkeiten und innovativer Wege der Ausübung aktiver
Bürgerschaft" ergänzt werden.
- In der Aktion 3 sollen die in der neuen europäischen
Nachbarschaftspolitik hervorgehobenen Staaten (südlicher
Kaukasus) ausdrücklich berücksichtigt werden.
- Eine zusätzliche Maßnahme soll dazu dienen, junge Menschen
und das Parlament stärker in die Konsultations- und
Entscheidungsprozesse des Programms einzubeziehen.
- Die Kommission soll verpflichtet werden, Fördermittel
innerhalb von zwei Monaten, spätestens nach drei Monaten, nach
der Vereinbarung auszuzahlen.
- Die Dauer eines Europäischen Freiwilligendienstes soll
mindestens zwei Monate betragen.
- Die Altersspanne soll bei 15-25 Jahren bleiben und nicht
generell auf 13-30jährige ausgedehnt werden. Allerdings sollen
Ausnahmen, begrenzt zum Beispiel durch Quoten, ermöglicht werden.
- Außerdem soll als Formulierung die Gleichheit zwischen Frauen
und Männern sowie der Begriff "Teilnehmer" (statt "Begünstigte")
aufgenommen werden.
Dokumente
-
for the period 2007-2013, Committee on Culture and Education, Rapporteur: Lissy Gröner
Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "Entschließungsentwurf JiA EP en.pdf" ist 130,75 kB groß.
-
Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates
Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "EntwurfNPJUGEND.pdf" ist 362,18 kB groß.