Das Europäische Jugendforum hat am 20. März 2009 in Brüssel seine
15 Forderungen in den Bereichen Bildung, Zivilgesellschaft und
Bürgerschaft, Partizipation und jugendpolitische
Querschnittspolitik, Menschrechte, Beschäftigung und Soziales
vorgestellt. Diese „Jugendagenda“ soll – wohl als eine Art
Weißbuch des Jugendforums – das Beratungsinstrument sein, an dem
durch die kommende Legislaturperiode hindurch und rückwirkend im
Jahr 2014 die Arbeit der EU-Institutionen gemessen werden soll:
- Ein europäisches Rahmenwerk zur Qualitätssicherung in der
nicht-formalen Bildung,
- eine gesicherte Vertretung von Schülern und Studierenden in
Bildungsreinrichtungen,
- die Einhaltung der für den Bildungsbereich verabredeten
Benchmarks, vor allem die Senkung der Schulabbrecherquote,
- ein legaler Status für Europäische Verbände (mit
Berücksichtigung des neuen Artikels 11 des Europäischen Vertrags
von Lissabon),
- eine adäquate und nachhaltige Förderung von vor allen
europäischen und internationalen Jugendorganisationen,
- die Förderung von Jugendpartnerschaften zwischen der EU und
anderen Regionen der Welt,
- ein Auslandsaufenthalt für alle jungen Europäer durch eine
Erweiterung und Verbesserung der Mobilitätsprogramme,
- die Behandlung von Jugendbelangen als Querschnittsaufgabe mit
einer quasi interministeriellen Gruppe von Kommissaren und einer
parlamentarischen, ressortübergreifenden Gruppe zu
jugendpolitischen Fragen,
- ein europäisches Rahmenwerk für die Rechte Freiwilliger,
- die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre für alle Wahlen,
- eine Absicherung der Rechte junger Einwanderer,
- eine größere Beachtung der Menschenrechte und die Bekämpfung
multipler Diskriminierung als Teil einer Jugendagenda der EU
durch Menschenrechtsprogramme, Förderlinien und Aktivitäten,
- Maßnahmen gegen die steigende Jugendarbeitslosigkeit, unter
anderem die Einrichtung eines hochrangig besetzten Runden
Tisches, um gemeinsame Visionen für eine nachhaltige
Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche zu entwickeln,
- eine effektivere Umweltpolitik, unter anderem eine Roadmap
zur Reduzierung des CO-2-Ausstoßes,
- eine neue EU-Strategie für soziale und nachhaltige
Entwicklung als Folgeplan zur Lissabon-Strategie, inklusive eines
erneuteren Europäischen Pakts für die Jugend.
Das Europäische Jugendforum geht mit dem Forderungskatalog in
die Offensive zur Europawahl 2009. Nicht nur, dass es der
„Jugendagenda“ einen
eigenen
Internetauftritt widmet, auf dieser Seite befindet sich auch
eine raffinierte Wahlhilfe: Abgeordnete können ein Versprechen
abgeben (“Take the pledge!”), indem sie sich online für die
Unterstützung jugendpolitischer Ziele verpflichten.