Die Delegierten der 78. Vollversammlung des Deutschen Bundesjugendrings entschieden am 29. Oktober 2005 in München einstimmig den Antrag „Perspektiven zur europäischen Jugendpolitik“. Künftig müssten die Jugendorganisationen stärker eine effektive und qualitative Jugendbeteiligung auf allen Ebenen sicherstellen, um nicht von der europäischen Entwicklung abgekoppelt zu werden. Bis Herbst 2006 soll der Vorstand nun einen Vorschlag für entsprechende Veränderungen der inhaltlichen und strukturellen Arbeit des DBJR vorlegen.
„Die Distanz zwischen Jugendlichen und der Arbeit europäischer Institutionen muss verringert werde“, stellt Ute Theisen, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendring, bei der Vollversammlung des DBJR in München fest. „Will man das europäische Projekt nicht insgesamt in Gefahr bringen, müssen die Ängste und Sorgen der jungen Menschen ernst genommen werden“, so Ute Theisen weiter.
Die Jugendverbände und Landesjugendringe wollen dafür in Zukunft eine noch effektivere und qualitativere Jugendbeteiligung auf allen Ebenen sicherstellen und damit die europäischen Entwicklungen unmittelbar begleiten.
Dabei sollen die Fähigkeiten und Erfahrungen der Arbeit der Jugendverbände und Landesjugendringe zur Profilierung auf europäischer und nationaler Ebene eingesetzt werden. Hierzu gehören u.a.:
Der DBJR muss sich, so das Perspektivpapier, in Abgrenzung zu anderen nationalen Akteuren der Kinder-und Jugendhilfe in den kommenden Jahren neu verorten. Ziel sollte dabei eine Profilierung
als demokratisch legitimierte Selbstorganisation gegenüber den anderen Akteuren, insbesondere
der Politik sein.
Die besonderen Resourcen der Jugendverbandsarbeit seien für den Erfolg der weiteren europäischen Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Sie unterschieden den DBJR von anderen Fachorganisationen, die partikulare Themen verfolgten oder von kurzlebigen Serviceagenturen, die bei zurückgehender Förderung schnell verschwinden und deren Reichweite sehr beschränkt sei.
Es sei deutlich, so der DBJR weiter, dass für eine zukünftig effektivere Mitgestaltung europäischer Politikprozesse sowohl von den Mitgliedsorganisationen, als vom DBJR strukturelle, strategische und inhaltliche Veränderungen angegangen werden müssen. Den Entwicklungen in der europäischen
Jugendpolitik müssen in allen Feldern und auf allen Ebenen mehr Aufmerksamkeit beigemessen
werden. Das werde nicht ohne eine Umorganisation der vorhandenen Ressourcen möglich
sein. Angesichts der im Perspektivpapier beschriebenen Aufgaben und Herausforderungen wird der DBJR-Vorstand beauftragt, bis Herbst 2006 einen Vorschlag für entsprechende Veränderungen der inhaltlichen und strukturellen Arbeit des DBJR vorzulegen.