01.07.2008Themen der Jugendpolitik

Bezugspunkte für neue Generationen schaffen: Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) veranstaltete Bürgerforum

Förderung der Familienpolitik, Jugendbeschäftigung, Globalisierung und das zukünftige europäische Sozialmodell – das waren die Kernthemen des Europäischen Bürgerforums in Breslau (Wroclaw).

via EWSA

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) und die Stadt Breslau veranstalteten am 19./20. Juni 2008 gemeinsam ein Europäisches Bürgerforum zum Thema "Auf dem Weg zur europäischen Solidargemeinschaft". Während der zweitägigen Konferenz wurden in zahlreichen Arbeitsgruppen, an denen sich die Teilnehmer direkt beteiligten, unterschiedliche Themen erörtert, darunter die Zukunft des europäischen Sozialmodells, Globalisierung, demographische Herausforderungen und Familienpolitik, allgemeine und berufliche Bildung, gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit Jugendlicher, Beschäftigung junger und älterer Arbeitnehmer sowie Sozialversicherung im Kontext der Armutsbekämpfung.

Über dreihundert Teilnehmer nahmen an dem Forum teil: Politiker aus Polen, darunter der ehemalige Präsident Polens Lech Walesa, EWSA-Mitglieder, Wissenschaftler und erfahrene Fachleute sowie Vertreter der Zivilgesellschaft in Polen und in Europa. Die Jugend war ebenfalls zahlreich vertreten. EWSA-Vizepräsidentin Jillian van Turnhout betonte, dass sich eine echte und kontinuierliche Einbindung der Bürger, der Zivilgesellschaft und der Nichtregierungsorganisationen in die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen gewährleisten lässt: „Die EU braucht ein echtes Projekt und einen Inhalt, mit dem sich die Bürger identifizieren können". Prof. Barbara Kudrycka, polnische Ministerin für Wissenschaft und Hochschulbildung, hob die Bedeutung von Vorbildern bei der Erziehung Jugendlicher hervor: "Wenn unsere Kinder gewisse Werte achten sollen, dann müssen sie in ihrem Alltag Vorbilder haben. Werden die Werte zugunsten kurzsichtiger Profite zerstört, so werden neue Generationen in der Zukunft keinen Bezugspunkt haben", erklärte sie.

Die Schlusserklärung des Bürgerforums enthält eine Reihe von Empfehlungen insbesondere zu Bildungspolitik, informelle und nicht-formale Bildung in allen Lebensaltern, Anerkennung von Qualifikationen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Jugendbeschäftigung, soziale Anerkennung, vor allem von jungen und alten Menschen als Akteure einer europäischen Gesellschaft, der Kampf gegen Armut, für soziale Sicherheit und nachhaltige Gesundheitsfürsorge, Wohnbedarf, demografische Herausforderungen für jung und alt, Kinderechte und Altenrechte sowie Globalisierung und zum künftigen europäischen Sozialmodell.

Der Text der Erklärung und die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind auf der EWSA-Website abrufbar.