Bessere Bildung und Ausbildung für die Jugend in Entwicklungsländern fordert der Bericht der Weltbank 2007

Unter dem Titel: "Development and the Next Generation" hat die Weltbank einen Bericht zur Jugend vorgelegt.

via www.worldbank.org

Die Präsentation des 29. Weltbankberichts 2007 am 16. September in Singapur leitete Francois Bourguignon, Chefökonom der Weltbank, selbst mit der Frage ein, warum in aller Welt sich die Weltbank plötzlich für die Jugend interessiere. Er lieferte auch gleich die Begründung: In den Entwicklungsländern ist die Zahl der Menschen zwischen 12 und 24 Jahre auf 1,3 Milliarden angewachsen und werde den nächsten 10 bis 15 Jahren noch ansteigen. Allein diese Tatsache sei Grund genug darüber nachzudenken, was mit diesen Menschen passieren solle. "Was, wenn all diese Menschen auf den Arbeitsmarkt streben? Wie sollen sie ausgebildet werden? Wo soll das Geld dafür herkommen? Und wo das Geld, um ihre Gesundheit zu erhalten?" Andererseits berge diese demoskopische "Jugendbeule" (youth bulge) enorme Entwicklungschancen, wenn aus diesen jungen Menschen aktive Arbeiter und produktive Bürger würden. Die Bedeutung dieses Prozesses für die Entwicklung und für die Reduzierung von Armut sei enorm, und darin liege auch das Interesse der Weltbank an diesem Thema.

Die Hauptbotschaft des Berichts, so Bourguignon, sei, dass das humane Kapital, das in jungen Menschen in den Entwicklungsländern läge, der Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum und für weitere Armutsreduktion sei. Man müsse die Chance nutzen, Jugend zu bilden und auszubilden. Was man hier versäume, sei nicht mehr nachholbar. Es sei daher fundamental, in Jugend zu investieren. Entwicklungsländer könnten danach mit Investitionen in die Jugend für ein rasantes Wirtschaftswachstum sorgen. So seien die höheren Wachstumsraten in Ostasien und Südamerika zwischen 1960 und 1990 zu einem großen Teil auf die Förderung von Handel, Bildung, Ausbildung und Gesundheitswesen zurückzuführen. Die meisten Entwicklungsländer hätten aber nur ein kleines Zeitfenster, um die gegenwärtigen Chancen zu nutzen, sagte der Autor des Entwicklungsberichts, Emmanuel Jimenez. Wenn die große Zahl junger Menschen älter werde, verlören die Länder die Vorteile, die sich daraus ergeben.

Die große Zahl junger Menschen birgt aber, so der Bericht, auch große Risiken. Denn wenn diese keine ausreichende Bildung und keine Arbeitsplätze erhalten, drohten zunehmend soziale Spannungen. Es müsse daher auch dafür gesorgt werden, dass junge Leute die Möglichkeiten haben sollten, ihr Leben zu gestalten und sich sozial und politisch zu engagieren.

Die Aussichten sind nicht gut: Derzeit stellen die jungen Menschen in armen Ländern die Hälfte aller Arbeitslosen weltweit. Im Nahen Osten und in Nordafrika müssten bis 2020 rund 100 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Etwa 130 Millionen junge Menschen können weder lesen noch schreiben. Auf eine Frage bei der Pressekonferenz an Bourguignon, ob denn zumindest eine theoretische Chance bestünde, 1,3 Milliarden Jobs zu finden oder ob da nicht eher eine Zeitbombe der Jugendarbeitslosigkeit ticke, gab es denn auch keine befriedigende Antwort. Das alles sei "eine große Herausforderung", sagte er.

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