Die Bevölkerung Europas altert immer schneller, das Reservoir junger Arbeitskräfte schrumpft, und die EU ist zunehmend auf das Engagement der jüngeren Generation angewiesen. Immer noch verlässt einer von sechs jungen Europäern die Schule vorzeitig, immer noch sind 4,6 Millionen 15- bis 24-Jährige arbeitslos. In ihrer neuesten Mitteilung wird die Kommission grundsätzlich.
In ihrer Mitteilung vom 05. September 2007 unterstreicht die Kommission die Notwendigkeit, auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten mehr und früher in die Erziehung und die Gesundheit der jungen Menschen zu investieren und den Übergang von der Ausbildung in den Beruf zu erleichtern. Betont wird auch, wie wichtig es ist, junge Menschen stärker in das staatsbürgerliche Leben und in die Gesellschaft als Ganzes einzubeziehen.
„Zurzeit kehren Millionen junger Europäer am Beginn des neuen akademischen Jahres an ihre Studienplätze zurück, und dies ist die Gelegenheit für uns, daran zu erinnern, dass wir unsere Bemühungen verdoppeln müssen, um bessere Voraussetzungen für junge Menschen zu schaffen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sich aktiver an der Gesellschaft zu beteiligen. Junge Menschen müssen das Gefühl haben, dass ihre Stimme in der Gesellschaft zählt,“ erklärte Ján Figel', EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend.
Vladimír Špidla, sein für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit zuständiger Kommissarskollege, ergänzte: „Wir müssen die paradoxe Situation auflösen, dass in der EU einerseits Fachkräftemangel herrscht und andererseits viel zu viele junge Menschen arbeitslos sind – ist doch unter ihnen die Arbeitslosenquote doppelt so hoch wie insgesamt.“ Er fügte hinzu: „Wir müssen stärker darauf achten, eine integrative Gesellschaft aufzubauen, in der kein Kind und kein Jugendlicher ausgegrenzt bleibt."
Heute sind die Herausforderungen, die sich den jungen Menschen während ihres Heranwachsens stellen, komplexer als für die Generation ihrer Eltern. Der Übergang von der Schule in den Beruf ist komplizierter geworden. Die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze stellen sehr hohe Qualifikationsanforderungen, und für die anderen benötigt man vielfältigere Fähigkeiten als früher. Etwa ein Viertel der europäischen Jugendlichen verfügen nicht über die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie brauchen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In vielen Mitgliedstaaten hat ein Drittel der jungen Menschen ein Jahr nach Abschluss ihrer Schulbildung immer noch keine Arbeit gefunden.
Bildung und Beschäftigungschancen müssen verbessert werden. Gleichzeitig ist aber auch die Freiwilligenarbeit wichtig, damit sich junge Menschen aktiv gesellschaftlich engagieren. Durch bessere Zusammenarbeit und Austausch bewährter Verfahren lassen sich derartige Aktivitäten fördern. Laut einer neueren Eurobarometer-Umfrage halten 74 % der jungen Menschen Programme zur Förderung der Freiwilligenarbeit für eine gute Möglichkeit, ihre Beteiligung an der Gesellschaft zu verstärken.
Die Kommission unterstrich heute insbesondere die Notwendigkeit, mehr – und so früh wie möglich – in junge Menschen zu investieren, nicht nur finanziell, sondern auch politisch und gesellschaftlich, durch die Familien, durch NGOs, Lehrkräfte und Arbeitgeber. Auf nationaler wie auf EU-Ebene muss die Entwicklung von Querschnittsstrategien für die Jugend Vorrang haben, und diese müssen eine breite Palette von Politikbereichen erfassen, von der Bildungspolitik über die Beschäftigungs-, Gesundheits-, Unternehmens- und Jugendpolitik bis zur Sportpolitik. Ferner rief die Kommission die Mitgliedstaaten auf, ihre Anstrengungen zu intensivieren, um
Für Lissy Gröner MdEP ist die heute veröffentlichte Mitteilung der Kommission ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. "Es ist töricht, bereits in der Schule jeden 6. Jugendlichen scheitern zu lassen und dann später hohe Jugendarbeitslosigkeit mit allen negativen gesellschaftlichen Folgen in Kauf zu nehmen", so Lissy Gröner. "Die Mitteilung beschreibt die Probleme - zu Lösungen bedarf es mehr."
Im Unterschied zur Mitteilung fordert Lissy Gröner die Kommission auf, bereits alle zwei Jahre einen Kinder- und Jugendbericht zu veröffentlichen, an dem auch europäische Kinder- und Jugendorganisationen mitarbeiten. "Nur wenn wir die vielen jungen Europäerinnen und Europäer mit ins Boot nehmen, können wir eine gute und zukunftsgerichtete europäische Zukunft gestalten", unterstreicht Lissy Gröner die Notwendigkeit der Partizipation von Jugendlichen an der europäischen Politik.
"Wir müssen die jungen Menschen ernst nehmen und ihnen die Möglichkeit geben, dass ihre Stimme gehört wird", so die langjährige Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für Jugend. "Ein weiterer Baustein ist das von mir initiierte Kinder- und Jugendtelefon, das derzeit vorbereitet und in ganz Europa kostenfrei eine Anlaufstelle für Jugendliche sein wird."
Die Mitteilung der Kommission macht dabei vor allem eines klar: Zuhören allein reicht nicht, auch nicht kostenfrei.