Weil es ab 2009 ein neues Parlament und eine neue Kommission geben wird, werden jetzt schon jugendpolitische Weichen gestellt. jugendpolitikineuropa.de sagt welche.
Kommission und Jugendminister der EU möchten den gesamten Kooperationsrahmen im Jugendbereich einer Evaluierung unterziehen und möglichst schnell einen gezielten Beratungs- und Reflektionsprozess für eine zukünftige Jugendstrategie in Europa in Gang setzen.
In den letzten Jahren wurden verstärkt Instrumente für eine effektive Zusammenarbeit eingeführt – die Offene Methode der Koordinierung, der Europäische Pakt für die Jugend, der Strukturierte Dialog, der Ansatz einer Querschnittspolitik und ein Europäischer Jugendbericht, um nur die wichtigsten zu nennen. Diese werden aber in ihrer Umsetzung, Effizienz und Effektivität vielfach als noch nicht zufriedenstellend kritisiert. Von einer kohärenten und kontinuierlichen Jugendpolitik in Europa, so die Kritiker, könne daher keine Rede sein. Dafür sind allerdings auch gleich mehrere Punkte zu bedenken: Es fehlt der jugendpolitischen Zusammenarbeit an einer rechtsverbindlichen Grundlage – es gibt keine vertraglich abgesicherte Zuständigkeit der Europäischen Union. Das schwächt die Verbindlichkeit und Transparenz auf allen Seiten. Außerdem besteht die Gefahr, dass eine verbindliche Umsetzung jugendpolitischer Forderungen nur als Anhängsel `harter´ Politikbereiche aussichtsreich erscheint, zum Beispiel der durch die Lissabonstrategie vorangetriebenen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik.
Das Jahr 2008 wird also voraussichtlich das Jahr der Vorschläge und Debatten sein, wie die begonnenen jugendpolitischen Entwicklungen auf europäischer Ebene fortzusetzen und zu verbessern sind. „jugendpolitikineuropa.de“ wird diese Diskussionen begleiten.
Darüber hinaus plant das BMFSFJ für Ende Mai ein Hearing zum Thema und andere Konsultationsmaßnahmen. Die Kommission wiederum wird zu einer offenen Online-Konsultation, voraussichtlich ab Juni 2008, einladen.
JUGEND für Europa ist auch nicht faul:
Vor allem das, was die Bundesregierung der EU-Kommission an eigenen Vorstellungen zur zukünftigen Ausrichtung der europäischen Jugendpolitik mitzuteilen beabsichtigt, und damit die Bewertung der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens auf nationaler Ebene, wird daher auf dem 8. Forum Gegenstand der Debatte sein.